Mythos der Liebe Nr. 3: Warum der Orgasmus nicht das Ziel der Liebe ist

Nachdem im vorherigen Beitrag der zweite Mythos beleuchtet wurde, nach dem gelöste Sexualprobleme automatisch alle Beziehungsprobleme beseitigen würden, wenden wir uns nun einem weiteren weit verbreiteten Irrtum zu – inspiriert von Peter Lauster: der Annahme, der Orgasmus sei das eigentliche Ziel der Liebe.
Biologisch betrachtet sucht die sexuelle Triebenergie ihre Entladung im Orgasmus, sowohl beim Mann als auch bei der Frau. In diesem Sinn erfüllt der Orgasmus eine klar definierte Funktion innerhalb der Fortpflanzung. Die Natur hat es raffiniert eingerichtet: Lust als Anreiz, damit Arterhaltung nicht als lästige Pflicht, sondern als Vergnügen erlebt wird. Ein lustvoll und befriedigend erlebter Orgasmus erhöht die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung und sichert so das Fortbestehen der Spezies Mensch. Kein Lebewesen ist auf Aussterben ausgerichtet, sondern auf Erhaltung und optimale Fortpflanzung in einem möglichst ausgewogenen Lebensraum.
Hier entsteht ein Spannungsfeld, das unser soziales Erleben der Geschlechter formt: auf der einen Seite der biologische Fortpflanzungsdrang, auf der anderen das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität. Der Orgasmus erfüllt damit eine biologische Aufgabe. Von Liebe ist an dieser Stelle noch keine Rede, denn diese körperlichen Vorgänge sind nicht an emotionale Verbundenheit gebunden.
Wenn Liebe hinzukommt – Veränderung der Tiefe
Sobald Liebe ins Spiel kommt, verändert sich die Qualität des sexuellen Erlebens grundlegend. Sexualität gewinnt an Schönheit, Intensität und seelischer Bedeutung. Nicht der Höhepunkt selbst wird zum entscheidenden Faktor, sondern die Art, wie Nähe, Zuneigung und Verbundenheit erlebt werden. Liebe sucht keine schnelle Entladung, sondern Ausdruck, Begegnung und Resonanz.
Sie findet ihre Erfüllung nicht ausschließlich im Orgasmus, sondern in jeder Form bewusster körperlicher und seelischer Annäherung. Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied: Der Orgasmus ist Ziel der Sexualität, nicht jedoch Ziel der Liebe. Liebe erweitert das Erleben, ohne es zu instrumentalisieren. Sie veredelt den biologischen Vorgang und verwandelt ihn in eine Erfahrung mit emotionaler Tiefe.
Immer wieder zeigt sich, dass Sexualität mit einem ungeliebten Partner zwar möglich, jedoch meist als weniger erfüllend empfunden wird als mit einem geliebten Menschen. Die emotionale Bindung steigert nicht nur die Intensität, sondern auch die Sinnhaftigkeit des Erlebten. Dadurch entsteht ein Gefühl von Nähe, das weit über den reinen körperlichen Akt hinausgeht.
Liebe als Katalysator – nicht als Bedingung
Liebe ist keine Voraussetzung für den Orgasmus. Sie ist auch keine Bedingung für Fortpflanzung oder sexuelle Funktion. Doch sie wirkt wie ein Katalysator, der dem gesamten Vorgang eine neue Qualität verleiht. Peter Lauster veranschaulicht dieses Prinzip mit einem einfachen Bild: Liebe ist wie die Hefe im Kuchenteig. Der Kuchen kann auch ohne sie gebacken werden, doch erst durch sie geht der Teig auf und entfaltet seinen vollen Geschmack.
Genauso verhält es sich mit dem Leben selbst – denn wie bei Liebe und Orgasmus wird deutlich, dass nicht der technische Vorgang, sondern die Qualität der Erfahrung entscheidend ist. Arbeit kann verrichtet werden, um Geld zu verdienen, doch erst wenn Liebe zur Tätigkeit hinzukommt, entsteht echte Erfüllung. Ein Spaziergang kann reine Bewegung sein; wird er bewusst genossen, nährt er zusätzlich die Seele. Beziehungen können funktional geführt werden, doch mit aufrichtiger Zuneigung entstehen Verbundenheit und Wärme, die weit über Zweckmäßigkeit hinausgehen.
Liebe ist damit ein generelles Prinzip, das allen Lebensvorgängen Tiefe verleiht. Ohne sie bleibt vieles korrekt, aber leer. Funktional, aber nicht erfüllend. Auch Sexualität kann ohne Liebe stattfinden, doch das seelische Erleben bleibt begrenzt.
Trennung von Liebe und Sexualität als Erkenntnisschlüssel
Ein Leben ohne Liebe ist möglich. Sogar eines, das von Ablehnung oder Verachtung geprägt ist. Pflichten werden erfüllt, Körper funktionieren, Sexualität bleibt technisch möglich. Doch das bedeutet nicht, dass echtes Lebensglück entsteht.
Die ersten drei Mythen dieser Artikelserie machen deutlich: Liebe und Sexualität können sich verbinden, müssen es aber nicht. Ihre Loslösung ist die Grundlage für ein tieferes Verständnis dessen, was Liebe tatsächlich bedeutet. Genau hier schließt sich der Kreis zu Selbstbewusstsein, Selbstwert und Persönlichkeitsentwicklung.
Wer beginnt zu erkennen, dass Liebe mehr ist als Triebsteuerung oder Bedürfnisbefriedigung, begegnet auch sich selbst auf einer neuen Ebene. Sich selbst zu lieben wird zur Basis dafür, anderen aufrichtig zu begegnen. Daraus entsteht eine innere Stabilität, die Beziehungen nicht aus Mangel, sondern aus Fülle gestaltet.
Liebe als bewusstes Lebensprinzip
Liebe entfaltet ihre Wirkung nicht nur im erotischen Bereich, sondern in jedem Aspekt des Lebens. Sie macht Begegnungen intensiver, Erfahrungen tiefer und Entscheidungen bewusster. Sie verwandelt Funktion in Bedeutung und Handlung in Sinn. Genau darin liegt ihre Kraft.
Der Orgasmus bleibt ein biologischer Höhepunkt – bedeutend, kraftvoll, lustvoll. Doch Liebe besteht nicht aus Momenten, sondern aus Qualität. Sie drängt nicht, sie fordert nicht, sie erweitert das Erleben und schenkt ihm seine wahre Tiefe.
Der nächste Beitrag dieser Reihe widmet sich Mythos Nummer vier: Technik ist entscheidend für eine befriedigende Sexualität.
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